Überblick über "Grünes Eisen"

1. Einleitung

Dieses Mal möchte ich das Thema „Grüneisen“ erläutern.
In den letzten Jahren ist mit dem wachsenden Interesse an Nachhaltigkeit auch die Nachfrage nach Unternehmen gestiegen, die Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) berücksichtigen.
Die Reduzierung der Kohlendioxidemissionen (CO2) hat sich dabei zu einem entscheidenden Thema entwickelt, das in direktem Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit und dem Markenwert eines Unternehmens steht.
Die Stahlindustrie soll für etwa 7–9 % der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich sein, weshalb die Dekarbonisierung höchste Priorität hat. Vor diesem Hintergrund rücken die Entwicklung und der Einsatz von „grünem Stahl“ immer stärker in den Fokus.
Auch in den Lieferketten von Unternehmen gewinnt umweltfreundlicher Stahl zunehmend an Bedeutung.
Viele Menschen haben vielleicht bis jetzt noch nie von grünem Eisen gehört, aber wir werden einen Überblick darüber geben, über internationale Trends sprechen, die Bedeutung seiner Einführung erläutern und die Herausforderungen aufzeigen, denen es sich gegenübersieht. Außerdem werden wir betrachten, wie es aus ESG-Perspektive als Geschäftsstrategie eingesetzt werden kann.

2. Was ist grünes Eisen?

Grüner Stahl bezeichnet Stahlprodukte, bei denen die CO2-Emissionen während des Herstellungsprozesses deutlich reduziert wurden.
Die konventionelle Stahlproduktion wird von einem Reduktionsverfahren mit einem Hochofen dominiert, bei dem große Mengen Kohle (Koks) verbraucht werden, was zu hohen CO2-Emissionen führt.
Andererseits reduziert grünes Eisen die Umweltbelastung durch folgende Methoden:

Inhaltsverzeichnis

(1) Wasserstoffreduktionseisenherstellung

Diese Technologie nutzt Wasserstoff anstelle von herkömmlicher Kohle zur Reduktion von Eisenerz.
Dies ermöglicht die kohlenstofffreie Stahlproduktion, da Wasser (H2O) anstelle von CO2 emittiert wird.
Allerdings stellen die stabile Wasserstoffversorgung und die Produktionskosten weiterhin Herausforderungen dar, und es werden derzeit Anstrengungen unternommen, die Technologie weiterzuentwickeln und die Kosten zu senken.

(2) Elektrobogenofen (EAF, Electric Arc Furnace)

Dies ist eine Methode zum Einschmelzen von Eisenschrott mithilfe von Elektrizität.
Insbesondere in Kombination mit erneuerbaren Energien ist es möglich, die CO2-Emissionen deutlich zu reduzieren.
Bei der Einführung von Elektroöfen sind eine stabile Versorgung mit Schrott und eine Qualitätskontrolle die wichtigsten Faktoren.

(3) Technologie zur Kohlenstoffabscheidung und -speicherung (CCS)

Diese Technologie fängt das bei der Stahlproduktion entstehende CO2 auf und speichert es unterirdisch.
Es wird erwartet, dass dies eine kurz- bis mittelfristige Lösung darstellt, da sie die Reduzierung der CO2-Emissionen bei gleichzeitiger Nutzung bestehender Hochöfen ermöglicht; allerdings gibt es Probleme mit den Kosten.

(4) Reduzierung der Biomasse

Dies ist eine Methode, die darauf abzielt, durch die Verwendung von Biomasse anstelle von konventioneller Kohle eine klimaneutrale Stahlherstellung zu erreichen.
Allerdings sind eine stabile Biomasseversorgung und eine verbesserte Reduktionseffizienz erforderlich.

3. Einführung von grünem Stahl und Geschäftsstrategien

Die Einführung von grünem Stahl wird nicht nur Umweltprobleme lösen, sondern auch zur Sicherung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit und zur Verbesserung des Unternehmensimages beitragen.
Die traditionelle Stahlherstellung emittiert große Mengen an CO2 und gilt angesichts der Forderungen nach Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels als risikoreiches Geschäft.
Andererseits könnte die Förderung des Einsatzes von umweltfreundlichem Stahl zu einer Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, einem verbesserten Ansehen bei Investoren und Verbrauchern sowie zu einer nachhaltigen Unternehmensführung führen.

(1) Verbesserte Bewertung aus der Perspektive von ESG-Investitionen

In den letzten Jahren haben ESG-Investitionen rasant zugenommen, und Investoren legen großen Wert auf die Umweltmaßnahmen von Unternehmen.
Durch den Einsatz von umweltfreundlichem Stahl können Unternehmen eine konkrete Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen nachweisen, was zu verbesserten ESG-Bewertungen führen kann.
Insbesondere in großen Kapitalmärkten hat die Einhaltung von ESG-Standards einen erheblichen Einfluss auf die Anlageentscheidungen institutioneller Anleger.

(2) Geringe CO2-Belastung der gesamten Lieferkette

Stahl ist ein grundlegender Werkstoff für viele Industrien und wird in einer Vielzahl von Sektoren eingesetzt, darunter die Automobilindustrie, das Bauwesen und die Fertigungsindustrie.
Durch die Einführung von grünem Stahl können Unternehmen daher die Dekarbonisierung ihrer gesamten Lieferkette vorantreiben.
Dies ist ein Schlüsselelement, um den Geschäftspartnern und Kunden des Unternehmens nachhaltige Produkte anbieten zu können.
(Im Vergleich zu Punkt (1) oben dürfte es für viele Unternehmen jedoch etwas schwieriger sein, dies in ihre Geschäftsprozesse zu integrieren.)

(3) Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit durch Reduzierung des CO2-Fußabdrucks

Da internationale Regelungen, wie beispielsweise der CO2-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) der EU, immer strenger werden, ist die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks direkt mit der Aufrechterhaltung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen verbunden.
Durch die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl können Unternehmen ihre CO2-Steuerbelastung reduzieren und ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Markt sichern.
Ich plane, einen separaten Artikel über CO2-Fußabdrücke zu schreiben.

(4) Steigerung des Markenwerts und Gewinnung der Verbraucherunterstützung

Angesichts der steigenden Zahl umweltbewusster Konsumenten kann das Angebot nachhaltiger Produkte zur Steigerung des Markenwerts beitragen.
Durch die aktive Förderung des Einsatzes von umweltfreundlichem Eisen können Sie das Image Ihres Unternehmens verbessern und sich im Markt differenzieren.

4. Herausforderungen des grünen Eisens

Der breiten Anwendung von umweltfreundlichem Eisen stehen mehrere große Herausforderungen gegenüber, deren Bewältigung wahrscheinlich unerlässlich für seine flächendeckende Einführung sein wird.
Trotz Fortschritten bei technologischen Innovationen und politischer Unterstützung bestehen weiterhin Probleme wie Kosten, Infrastruktur, Zertifizierungssysteme und die Transformation der Lieferkette.

(1) Kostenfragen

Aktuell ist die Herstellung von grünem Stahl teurer als herkömmliche Stahlherstellungsverfahren.
Insbesondere die Wasserstoffreduktionsstahlherstellung erfordert, wie oben unter 2.(1) erläutert, die Entwicklung von Wasserstoffproduktionskosten und Versorgungsnetzen, und solange die Kosten nicht gesenkt werden, dürfte eine breite Akzeptanz schwierig sein.

(2) Der Bedarf an Infrastrukturentwicklung

Die breite Anwendung der wasserstoffreduzierten Stahlerzeugung erfordert den Aufbau eines großflächigen Wasserstoffversorgungsnetzes.
Allerdings ist die Wasserstoffinfrastruktur derzeit nicht vorhanden, und es besteht Bedarf an der Entwicklung einer Massenproduktionstechnologie für grünen Wasserstoff und an der Ausweitung seiner Verteilung.

(3) Vereinheitlichung der Zertifizierungssysteme

Die Standards und Zertifizierungssysteme für umweltfreundliches Eisen variieren von Land zu Land und von Region zu Region, sodass unklar ist, welche Standards die Unternehmen erfüllen müssen.
Es ist notwendig, einheitliche internationale Standards festzulegen, und eine Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen sowie mit den Aufsichtsbehörden ist erforderlich.

(4) Koordination entlang der Lieferkette

Anstrengungen sind nicht nur von der Stahlindustrie erforderlich, sondern auch von allen Unternehmen, die Stahl verwenden, einschließlich der Automobil-, Bau- und Energieindustrie.
Die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und die Unterstützung durch die Politik sind unerlässlich, und branchenübergreifende Initiativen müssen gefördert werden.

5. Zusammenfassung

Grüner Stahl wird zur Dekarbonisierung der Stahlindustrie beitragen und eine wichtige Rolle in den ESG-Strategien der Unternehmen spielen.
Insbesondere angesichts der Verschärfung internationaler Vorschriften und der Veränderungen auf dem Markt wird erwartet, dass es für Unternehmen zu einem wesentlichen Element wird, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und zu verbessern.
Zukünftig wird es notwendig sein, einen nachhaltigen Herstellungsprozess zu etablieren und gleichzeitig Kosten- und technische Herausforderungen zu bewältigen.
Durch die Verwendung von umweltfreundlichem Stahl können Unternehmen nicht nur ihre Umweltbelastung reduzieren, sondern auch neue Geschäftsmöglichkeiten schaffen und zu einer nachhaltigen Zukunft beitragen.
Es wird wichtig sein, zukünftige Trends genau im Auge zu behalten und strategisch zu überlegen, wie man sie in die Lieferkette des eigenen Unternehmens integrieren kann.

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